Auf dem evangelischen Kirchentag hatte die Journalistin und Autorin Eva Menasse abschätzig getönt: Man könne nicht immerzu die „alten RAF-Geschichten“ hervorholen, um Antisemitismus als Teil linker Weltanschauungen darzustellen. Mehr noch. Sie insinuierte, linker Antisemitismus sei letztlich im Sinne der Regierung Netanjahus. Denn wenn Israelkritik, in deren Gewand linker Antisemitismus bekannterweise gern daherkommt, pauschal als antisemitisch diskreditiert ist, kann sich die israelische Regierung in einen Opferhabitus zurückziehen.
Selbst gegen Israel gerichteter Hass soll also letztlich vor allem den Israelis nützen. Zynischer geht es kaum.
Nun ist allerdings Opferhabitus eher eine Spezialität der Linken, nicht Israels: Gerade wehrt sich das kleine Land am Mittelmeer im Zuge der Operation „Am k’lavi“, das heißt „ein Volk [das sich erhebt] wie ein Löwe“ gegen den Iran. Opfermentalität sieht anders aus. Wieder einmal legen israelische Soldaten Terroristen und deren Helfershelfern das Handwerk.
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