Die CDU verhandelt sich gerade um Kopf und Kragen und merkt es nicht.
Sowohl in Sachsen als auch in Thüringen sind die Christdemokraten zur Koalition mit dem frisch gegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bereit. Sie verkaufen in Dresden wie in Erfurt eine solche Zusammenarbeit als alternativlos. Nur so könne die AfD in Schach gehalten werden. Die Wahrheit ist prosaischer: Die Partei des Friedrich Merz will regieren – koste es, was es wolle.
CDU Parteichef Friedrich Merz mit Mario Voigt und Michael Kretschmer nach den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen.
Vor fünf Monaten hat die CDU ihr aktuelles Grundsatzprogramm beschlossen. Dem neuen Vorsitzenden Merz ist es ein Anliegen, „mit unseren Werten in die Zukunft“ zu führen. Die große Beliebigkeit, die unter Angela Merkel Einzug gehalten hatte, soll überwunden werden. Ein Foto vom Mai zeigt neben Merz den thüringischen Landesvorsitzenden Mario Voigt. Zwischen den beiden Herren ragt das neue Programm in die Kamera. Voigt war stellvertretender Vorsitzender der Grundsatzprogrammkommission. Darauf ist er noch heute stolz. Fatalerweise ist es nun aber auch Voigt, der als großer Wertezertrümmerer in die Geschichte der CDU eingehen könnte – und als lausiger Stratege.
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