Ab wann sind wir bereit, einen Krieg auch so zu nennen? Diese Frage sorgte vor 15 Jahren für Wirbel, als der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) das, was die Bundesregierung zuvor als „bewaffneten Konflikt“ bezeichnet hatte, auf den Punkt brachte: Bei den Zuständen in Afghanistan könne man „umgangssprachlich von Krieg reden“. Zuvor hatte er bereits von „kriegsähnlichen Zuständen“ gesprochen.
Anderthalb Jahrzehnte später sind die Nachrichten nicht mehr voll von Selbstmordanschlägen in Kabul und Kandahar, sondern von Anschlägen in Solingen, Aschaffenburg und München, in Bielefeld, Hamburg und Liverpool. Massenveranstaltungen im eigenen Land wandeln sich zu Hochrisiko-Situationen, der öffentliche Raum zum Gefechtsfeld, die Blutspur auf dem Pflaster zur Normalität. All das ist natürlich nicht annähernd mit dem Kriegsgeschehen in einem Land wie Afghanistan zu vergleichen. Doch wie damals wird auch heute die Sprache bereinigt, um die Gefahr kleinzureden.
Der Tatort von Bielefeld.
WM 2026 in USA: Fifa-Skandal! Trump ruft Infantino an! Sperre für US-Spieler aufgehoben I WELT LIVE











