2025 markierte für die Wirtschaft ein Jahr der Rekord-Insolvenzen – und so könnte es jetzt auch weitergehen. Das zeigt die Analyse des IT-Dienstleisters DATEV, der den gewerblichen Mittelstand – also die Gesamtheit der kleinen und mittleren Unternehmen ebenso wie der Freiberufler und Selbstständigen – genauer unter die Lupe genommen hat. Der Befund ist erschreckend und somit eine Hiobsbotschaft für die mehr als 99 Prozent aller Betriebe, die zu den mittelständischen, also kleineren Betriebseinheiten (KMU) mit 250 oder weniger Beschäftigten zählen.
Um etwas Licht in die oft übergangene Realität beim Mittelstand zu bringen, hat DATEV in seinem sogenannten Spotlight zum Jahreswechsel tief in den Maschinenraum der deutschen Wirtschaft geblickt. Stichpunktartig wurden 547 mittelständische Unternehmen zu ihrer aktuellen Lageeinschätzung, ihrem Ausblick auf 2026 sowie zu ihrem Engagement am Standort Deutschland befragt. Wer investiert noch? Wer muss schließen? Die Antworten sprechen eine eindeutige Sprache.
Zunächst der wichtigste Befund: Das vergangene Jahr markierte einen Rekord bei den Unternehmensinsolvenzen. Die letzten Auswertungen stehen zwar noch aus, doch die Marke von 24.000 dürfte überschritten worden sein, wie Creditreform berechnete. Bereits diese Zahl verdeutlicht die Schwere der Lage. Unter der Oberfläche zeigt sich die Krise jedoch noch drastischer.
Vor allem Kernsektoren der deutschen Wirtschaft wie der Maschinenbau und die Metallwarenherstellung verzeichneten einen dramatischen Anstieg der Insolvenzen. Und auch mit Blick auf das Jahr 2026 ist keine Trendwende in Sicht. Die Firmen gehen an der Energiekrise, an Überregulierung und an einer hohen fiskalischen Belastung, die den europäischen Durchschnitt um rund zehn Prozent übersteigt, zugrunde.
DATEV-CEO Prof. Dr. Robert Mayr findet angesichts des Niedergangs klare Worte: „Der Mittelstand gibt auf. Es ist keine Schockwelle, sondern ein schleichender Rückzug, getrieben von hohen Kosten, schwacher Nachfrage, erdrückender Bürokratie und dem Mangel an Nachfolgelösungen. Besonders alarmierend: Die Quote der geplanten Betriebsaufgaben ist im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent gestiegen.“
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM










