Im Dezember 2025 sorgte die Geburt eines Kindes im Foyer der Uniklinik Köln für einen ungewöhnlichen Polizeieinsatz. Eine Roma-Familie hatte dort die Ankunft des Neugeborenen gefeiert – mit Folgen: Der Verein Rom, der sich für die Rechte von Sinti und Roma engagiert, reichte eine Beschwerde gegen die Klinik ein und stellte zudem Strafanzeige sowie Dienstbeschwerde beim Polizeipräsidium Köln.
Wie die Welt berichtet, ermittelt inzwischen das Polizeipräsidium Bonn gegen sechs Kölner Beamte wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung. Die Bonner Polizei übernahm den Fall aus Neutralitätsgründen. Laut Staatsanwaltschaft liegt ein hinreichender Anfangsverdacht vor. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, die Ermittler seien zunächst damit beschäftigt, Zeugen zu vernehmen.
Von dem Einsatz existieren Bodycam-Aufnahmen, deren Inhalt laut Bremer „mit Blick auf die laufenden Ermittlungen“ derzeit nicht veröffentlicht werden kann. Der Verein Rom machte den Vorfall im Dezember publik. Nach seinen Angaben kam es am 5. Dezember 2025 „zu schwerwiegenden Vorfällen diskriminierender Behandlung durch Klinikpersonal sowie eingesetzte Polizeikräfte“ gegenüber einer 25-köpfigen Roma-Familie.
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