Eines der wichtigsten Filmprinzipien lautet: Show. Don’t tell. Zeig es, erzähl es uns nicht. Was die Figuren sagen, zählt nichts. Wie sie handeln, entscheidet. Ein Chef erklärt einem zum Beispiel, er schätze einen? Klingt gut. Aber bei Beförderungen zieht er Ungelernte vor und die Wertschätzung drückt er auch nur aus, wenn er mehr Arbeit abfordert, unangenehme Aufträge loswerden oder Ärger abbügeln will. Dann ist das Gesagte, also die Wertschätzung, nichts wert. Die Tat entscheidet. Deswegen fordern Filmzuschauer von den Regisseuren: Show. Don’t tell.
Apropos Wertschätzung. Die beschwört aktuell auch SPD-Chef Lars Klingbeil gegenüber seinem Verhandlungspartner Friedrich Merz. Mit dem seien “verlässliche Gespräche” ebenso möglich wie “belastbare Gespräche”, sagte Klingbeil bei Caren Miosga. Auch habe Merz ihm das Du angeboten. Das gilt im Berliner Polit-Theater als die ultimative Szene, um Harmonie und gegenseitiges Vertrauen darzustellen. Horst Seehofer (CSU) und Guido Westerwelle (FDP) haben es getan, auch Robert Habeck und Christian Lindner (FDP). Für die FDP endete das jeweils in der Außerparlamentarischen Opposition.
Doch die faule Auflösung haben CDU, CSU und SPD längst beschlossen. Zur Abweisung an der Grenze kommt es nur, wenn das andere Land hinter der Grenze damit einverstanden ist. Das bedeute, er habe sein Wahlversprechen eingehalten, wird Merz behaupten. Nur: Wenn zum Beispiel Österreich an der Grenze zu Ungarn illegal Einreisende aufnimmt und dann zu seiner deutschen Grenze bringt, wie sehr wird das gleiche Österreich dann akzeptieren, dass der EU-Partner Deutschland diese Einwanderer abweist? Die Formel, auf die sich Union und SPD längst geeinigt haben, ändert an der illegalen Einwanderung nichts. Sie ist Gerede. Die Tat entscheidet. Deswegen: Show. Don’t tell.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











