Frankreich setzt in seiner Energiepolitik auf einen Kurswechsel: Statt die Bedeutung der Kernkraft schrittweise zu verringern, soll die Atomstromproduktion in den kommenden Jahren wieder zulegen. In der neuen nationalen Energiestrategie macht die Regierung deutlich, dass sie Kernkraft als Rückgrat der Energieversorgung betrachtet. Gleichzeitig wird der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich gedrosselt.
Nach Regierungsangaben ist die Errichtung von sechs neuen Kernreaktoren geplant. Der erste Neubau ist am Standort Penly am Ärmelkanal vorgesehen und könnte nach derzeitigem Zeitplan 2038 ans Netz gehen. Zusätzlich hält sich die Regierung die Möglichkeit offen, zu einem späteren Zeitpunkt acht weitere Reaktoren in Auftrag zu geben. Alle neuen Reaktoren sollen an bestehenden Kraftwerksstandorten errichtet und in die dortige Infrastruktur eingebunden werden.
Zugleich sollen die 57 bestehenden Reaktoren noch länger laufen als zuvor geplant: Laufzeiten von 50 bis 60 Jahren sind Teil der Planung; auch eine vorzeitige Stilllegung älterer Anlagen ist nicht vorgesehen. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt weg von Abschaltungen hin zu einer maximalen Nutzung der bestehenden Flotte.
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