„Die selbsternannte demokratische Mitte hat sich in eine Sackgasse geführt und viel Vertrauen verspielt“ – so rechnet der Geschäftsführer der JAB Holding, Peter Harf, in einem Interview mit der Welt am Sonntag mit der Politik in Deutschland ab. Der Chef des Konsumgüterkonzerns sieht zudem Einschränkungen der Meinungsfreiheit: „Menschen fühlen sich durch die Meinungsverengung bevormundet“.
Harf bemängelt konkret, dass sich die Politik nicht mit den einfachen Fragen beschäftigt: „Wie sieht unsere Verteidigungsstrategie aus? Braucht Deutschland Atomwaffen? Wer trifft im Ernstfall die Entscheidungen?“ Stattdessen habe man die Verantwortung für diese Fragen ins Ausland abgewälzt. „Verteidigung an die USA, Außenpolitik an Frankreich, Energieversorgung an Russland. Wir brauchen eine Strategie“, fordert der JAB-Manager.
Auch die wirtschaftlichen Entwicklungen in seiner Heimat betrachtet Harf kritisch. „Deutschland hat kein funktionierendes Geschäftsmodell mehr“, lautet das Urteil des JAB-Chefs. „Wir haben uns selbst ins Knie geschossen.“ Für Harf ist die grüne Politik dafür ein Grund: „Wir waren die Experten für den Verbrennungsmotor. Und dann sagen wir plötzlich: Nein, machen wir nicht mehr, wir schaffen den Verbrenner ab!“ Auch im Technologiesektor sieht der JAB-Chef in Deutschland schwarz: „Wir liegen zurück bei allen neuen Technologien“. Harf fasst zusammen: „Es ist ganz simpel: Wir sind Meister im Verhindern.“
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