Im westafrikanischen Staat Senegal hat das Parlament eine deutliche Verschärfung der Strafgesetze gegen homosexuelle Beziehungen beschlossen. Die Nationalversammlung verabschiedete am Mittwochabend mit 135 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen den Gesetzentwurf der Regierung. Die Änderungen betreffen vor allem die Strafhöhe für sogenannte „widernatürliche Handlungen“. Künftig drohen für gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen fünf bis zehn Jahre Gefängnis. Bislang lag der Strafrahmen bei ein bis fünf Jahren Haft.
Ein Abgeordneter sagte: “Wir betrachten LGBTQ-Werte, die über Fernsehsender und Botschaften verbreitet werden, welche LGBTQ-Vereinigungen finanzieren, als ein kulturelles Gift, das unserem Volk geschickt eingeimpft wird.”
Das Gesetz führt homosexuelle Handlungen im selben strafrechtlichen Kontext auf wie sexuelle Handlungen mit Tieren oder mit Toten. Damit wird Homosexualität mit diesen Tatbestände gemeinsam kriminalisiert. Neben den eigentlichen Beziehungen wird künftig auch deren „Förderung“ oder Finanzierung strafbar. Das kann Organisationen, Medien oder andere Akteure betreffen. Für solche Fälle sieht das Gesetz Haftstrafen von drei bis sieben Jahren vor. Das Gesetz muss noch, bevor es in Kraft treten kann, vom Präsidenten unterzeichnet werden.
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