In einem bemerkenswerten Interview mit der US-amerikanischen Zeitschrift „The American Conservative“ entwickelt die Kanzlerkandidatin und Parteivorsitzende der Alternative für Deutschland Alice Weidel grundsätzliche Gedanken zur Position Deutschlands im Verhältnis zur Weltmacht USA und zur Europäischen Union und über eine interessengeleitete deutsche Außen- und Sicherheitspolitik.
Alice Weidel zitiert Johann Gottlieb Fichte und geht auf den US-amerikanischen Grundkonflikt zwischen Isolationisten und Expansionisten ein. Zu hoch für die Propagandaklempner von der „Bild“-Zeitung, die mit ein paar halbverdauten Stichworten und Gedankenfetzen aus Weidels Ausführungen ein peinliches Denunziationsstück nach dem Geschmack denkabstinenter Vulgäratlantiker zusammengenagelt hat. Anstelle der „Bild“-Desinformation lohnt ein Blick in das amerikanische Original des Interviews.
„The American Conservative“ ist ein gut gewählter Ort, um über deutsche und amerikanische Interessenpolitik nachzudenken. Der konservative Vordenker und Publizist Patrick Buchanan gründete die Zeitschrift 2002 im Widerspruch zum ideologischen Imperialismus der „Neokonservativen“ („Neocons“), nachdem diese unter George W. Bush die USA in das Abenteuer des Irak-Kriegs gestürzt hatten.
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