Sieben Wahrheiten für die Renten-Kommission – rettet die Rente vor der Politik

vor 8 Monaten

Sieben Wahrheiten für die Renten-Kommission – rettet die Rente vor der Politik
Bildquelle: Tichys Einblick

Einzige Aufgabe der Rentenkommission ist es, Zeit zu schinden über die nächste Bundestagswahl hinaus, damit sich SPD und CDU als Rentenretter inszenieren können, während sie zuschauen, wie der Karren der Altersversorgung von 21 Millionen Rentnern an die Wand fährt. Denn beide fürchten den Zorn der Rentner, die längst ihre Hauptwählergruppe bilden, nachdem die Generation der Beitragszahler AfD wählt.

Die wirkliche Lösung des Problems wird verschleppt. Nicht Politiker können die Renten sichern – nur eine vernünftige Wirtschaftspolitik. Denn mit ihr steht und fällt der Wohlstand der Bevölkerung, egal ob Rentner oder nicht.

Deshalb ein kleiner Überblick über Lage und Ursache der Rentenprobleme.

Schon während der Debatte um die Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung 1957 wurde heftig über das Thema debattiert, das jetzt zuschlägt: Schrumpft die arbeitende, beitragszahlende Bevölkerung, zerbricht das System an sich selbst, weil zu wenige Beitragszahler zu viele Rentner finanzieren müssen. Nun waren die 1950er-Jahre demographisch gesehen ideale Jahre: In den Wirtschaftswunderjahren wurden viele Familien gegründet, Kinder gehörten einfach dazu. Und nicht mehr so ganz junge Familien, die während Krieg, Vertreibung, in Bombennächten und den Nachkriegsjahren auf Kinder verzichten mussten, holten ihren Kinderwunsch nach. Da schien ein Umlageverfahren, in dem die Berufstätigen für die Älteren einbezahlen und ihrerseits darauf hoffen, dass die Kindergeneration ihre Rente finanziert, ein geradezu ideales Verfahren im ausgebombten Deutschland und seinem zerstörten Kapitalstock.

Doch schon Mitte der 1960er-Jahren kippte das System, nachdem anfangs noch die höchsten Geburtenraten zu verzeichnen waren. Man nannte es den „Pillenknick“. Doch in Wirklichkeit waren die Nachhol-Kinder der Kriegszeit mittlerweile geboren, und jetzt schlug ein Effekt durch, den die Bevölkerungswissenschaft längst benannt hatte: Jeder Geburtsjahrgang seit rund 100 Jahren, und zwar ausnahmslos jeder, hat weniger Kinder als der vorherige Geburtsjahrgang. Der Kinderreichtum schrumpft von Jahr zu Jahr. Anfangs noch ausgeglichen durch den Rückgang der Kindersterblichkeit, die mittlerweile statistisch gegen Null läuft, schlagen diese Effekte jetzt gnadenlos durch und werden durch die zunehmende Lebenserwartung noch beschleunigt. Weniger Aktive sollen mehr Rentner finanzieren, die noch dazu länger leben. Und dieser Prozess erscheint unumkehrbar. Konrad Adenauers Diktum „Kinder kriegen die Leute immer“ stimmt so nicht. Und die Rente ist nicht sicher, wie Norbert Blüm tönte, sondern wackelig.

Schon bei der Gründung wurde festgelegt, dass Versicherte der Bergbauunternehmen eine Rente erhielten, die rund 30 Prozent höher war. Begründet wurde das – zunächst nachvollziehbar – mit der hohen gesundheitlichen Belastung unter Tage. Aber die höhere Rente erhielten auch Gewerkschaftssekretäre, Verwaltungsmitarbeiter und Beschäftigte, die nie einen Stollen gesehen haben. Es war der Preis, den die SPD für ihre Zustimmung zur gesetzlichen Rentenversicherung verlangte – sie wollten sich damit bei ihren Wählern im Ruhrgebiet beliebt machen.

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