Sigmar Gabriel verteidigt Grenzöffnung 2015 – hätte nur „mit Waffengewalt“ verhindert werden können

vor 10 Monaten

Sigmar Gabriel verteidigt Grenzöffnung 2015 – hätte nur „mit Waffengewalt“ verhindert werden können
Bildquelle: Apollo News

„Sowohl die damalige Bundeskanzlerin als auch ich hielten die Öffnung der Grenzen damals für richtig. Und das gilt auch rückblickend noch – trotz aller Probleme, die durch diese schnelle und massenhafte Zuwanderung bei uns natürlich auch entstanden sind“, erklärte der ehemalige Vize-Bundeskanzler Sigmar Gabriel im Gespräch mit der Berliner Zeitung. Dennoch hätte man es, anders als von Alt-Bundeskanzlerin Merkel vor 10 Jahren versprochen, nicht geschafft. „Rückblickend muss man sagen, das ist uns nicht ausreichend gelungen. Die schiere Zahl und die Geschwindigkeit, mit der die Menschen gekommen sind, haben Deutschland überfordert“, so Gabriel.

Die Entscheidung, Hunderttausende Flüchtlinge aufzunehmen, sei ohne Alternative gewesen. Denn „wer zwischen 7.000 und 10.000 Flüchtlingen pro Tag und an den Wochenenden damals hätte an der deutschen Grenze aufhalten wollen, hätte dies nur mit Waffengewalt tun können“. Doch dies wäre „wohl kaum ein verantwortbarer Umgang mit Menschen gewesen“, die „Tausende Kilometer hinter sich gebracht hatten, um dem mörderischen Krieg Assads gegen sein eigenes Volk zu entkommen“, rechtfertigte Gabriel die Entscheidung von 2015.

Auch den Verlauf der Entscheidungen schilderte der SPD-Politiker. Laut Gabriel, der zu diesem Zeitpunkt Wirtschaftsminister war, habe ihn Merkel angerufen und gefragt, ob Deutschland bereit sei, „eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen aus Ungarn aufzunehmen“. Dabei waren die Menschen gemeint, „die am Budapester Bahnhof festsaßen und von den ungarischen Behörden unter sehr menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten wurden“.

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