Früher umarmte CSU-Chef Markus Söder noch Bäume und sagte im Spiegel-Interview: „Ich glaube, dass Schwarz-Grün einen großen Reiz hätte, weil beide politischen Kräfte die ganz großen Fragen unserer Zeit im Blick haben, wie die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie. Das wäre aktuell das interessanteste politische Angebot.“
Heute erklärt er Schwarz-Grün zum sprichwörtlichen Sargnagel der Union: „Schwarz-Grün wird die Union deutlich unter 30 Prozent bringen“, ruft Söder in seiner großen Rede auf dem CSU-Parteitag in Augsburg in die Messehalle. „Ich bin nicht bereit dazu, wieder eine schwache Mehrfachregierung zu akzeptieren. Deshalb sage ich Nein zu Schwarz-Grün!“
Nicht die Vorsitzenden der Grünen sollten zurücktreten, keilt er in Richtung der Öko-Granden, sondern die Regierungsmitglieder müssten weg. Und obwohl er gleich mehrfach die Geschlossenheit von CDU und CSU betont, einen kleinen Seitenhieb auf die Schwarz-Grün-Befürworter der Schwesterpartei kann er sich dann doch nicht verkneifen: Die Grünen seien immer so weinerlich, meint der 57-Jährige. „Da hilft es auch nicht, wenn mancher Unionsgrande ihnen ständig die Händchen hält... Die Grünen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie – für die Opposition!“
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