Spieß umgedreht – was die US-Blockade jetzt für den Iran bedeutet

vor 3 Monaten

Spieß umgedreht – was die US-Blockade jetzt für den Iran bedeutet
Bildquelle: Apollo News

Seit Montag gibt es eine US-Seeblockade gegen den Iran. Laut US-CENTCOM, dem Kommando für den Nahen Osten, ist diese nun „vollumfänglich in Kraft“ und betrifft „allen maritimen Verkehr in und aus iranischen Häfen“. Die USA drehen damit den Spieß um. Seit Wochen hat der Iran mit der – teils wahrgemachten Drohung – von Angriffen auf Tanker, die die Straße von Hormuz durchqueren wollen, eine faktische Blockade des zivilen Schiffsverkehrs durch die Meerenge errichtet.

Ölexporte aus dem Persischen Golf waren so quasi zum Erliegen gekommen – bis auf jene aus dem Iran. Auch die zunächst vereinbarte Waffenruhe schien daran wenig geändert zu haben: Nach nur wenigen Stunden erklärte der Iran, dass die Blockade nun doch wieder in Kraft sei. Eine paradoxe Situation: Ist doch der Großteil der konventionellen iranischen Marine nach heftigen US-Schlägen kaum mehr einsatzfähig und sind viele der iranischen Führungsleute in Verstecken im Land verstreut, gelingt es dem Regime doch, mit Raketen- und vor allem Drohnenangriffen genug Risiko für Reedereien zu erzeugen, dass sich kaum jemand durch die Meerenge traut.

All das, während der Iran seine Exporte fortsetzt. Schon länger war bei US-Militärplanern daher im Gespräch, hier einzuschreiten. Dafür gab es verschiedene Optionen: etwa eine Bodeninvasion der Insel Kharg, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte laufen. Dort schaltete die US Air Force bereits viele militärische Einrichtungen aus, während man in der Region Tausende Marines zusammenzog. Am Ende entschied man sich nun aber (zunächst) für die andere Option: eine eigene US-Seeblockade durch die US Navy.

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