„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der eitelste Minister im ganzen Land?“ Diese Auszeichnung würde wohl an Außenminister Johann Wadephul (CDU) gehen. Der Höhepunkt seiner Selbstverliebtheit: Wadephul verlangt, dass an Bürowänden deutscher Auslandsvertretungen – also Botschaften und Generalkonsulen – ab sofort nicht nur ein Portraitbild von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier prangt, sondern auch ein Foto von ihm. Es darf aber nicht irgendwie aufgehängt sein – der interne Brief mit der Benachrichtigung enthält neben dem gewünschten Foto eine detaillierte Anweisung, in welchem Format und Bilderrahmen es von den Wänden erstrahlen soll. Die Kosten für das selbstverliebte Vorhaben könnten zwischen 10.000 und 30.000 Euro liegen. Das schätzt TV-Moderatorin Jule Gölsdorf in der Welt-Talkshow „Meinungsfreiheit“.
Die Forderung sorgte bei einigen Botschaften für Irritation, wie Table.Briefings berichtet. Denn in der Bundesrepublik hat das Aufhängen eines Portraits des Außenministers keine Tradition – anders als in einigen anderen europäischen Ländern.
Auch in den sozialen Medien präsentiert sich der 62-Jährige nicht gerade bescheiden. In einer Instagram-Story zum Antritt seiner China-Reise inszeniert sich Wadephul als Macher. „Erinnert ihr euch noch an die Schlagzeilen im Oktober?“, fragt der Minister in einer Story-Slide vom Montag.
Außenminister Wadephul sagte seine ursprünglich für Oktober geplante China-Reise damals im letzten Moment ab.
Zu sehen sind diverse Zeitungstitel, die darüber informierten, dass Wadephul seinen für Oktober geplanten China-Aufenthalt kurzfristig verschob. Auf der nächsten Slide kommt „Baerbock 2.0“ zum Vorschein: Hemdsärmelig, mit vom Winde verwehten Haaren, schreitet der Außenminister die Treppen zum Flieger hoch. Darunter liest man: „Jetzt hole ich die Reise nach China nach. Die Agenda ist prall gefüllt mit politischen Gesprächen und Wirtschaftsterminen.“
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