Spektakulär war es, wie die Junge Union am Wochenende den Bundeskanzler und der Bundeskanzler sich selbst zerlegte. Friedrich Merz entlarvte sich als Sklave der SPD, konnte die Rentenpolitik seiner Koalition nicht rational erklären und verhöhnte seine eigene Jugendorganisation. Doch der fundamental ausgetragene Streit auf offener Bühne kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eben nicht um die fundamentalen Fehler der gesetzlichen Rente, sondern lediglich um Stellschraubendreherei geht.
Das staatliche Billionen-Schneeballsystem, meistens beschönigend „gesetzliche Rente“ genannt, ist ein bankrottes System. 2025 müssen 122,5 Milliarden Euro Steuergeld in die Rentenkassen gepumpt werden, um die mangelhafte Finanzierung aus den Sozialabgaben zu kaschieren. Damit sind mittlerweile 30 Prozent der Rentenausgaben steuerfinanziert, Mitte der 1980er-Jahre lag der Steuergeld-Zuschuss lediglich bei 5,5 Prozent.
Bald gehen die Boomer in Rente, es müssen pro Beitragszahler noch mehr Alte versorgt werden und die notwendige Reformbereitschaft ist bestenfalls mit einem Mikroskop auffindbar. Sieht nach einer ziemlich verlorenen Sache aus.
Jetzt keimt aber Hoffnung auf, ausgerechnet in Form der sonst so braven Jungen Union. In der Geschichte der Bundesrepublik dürfte ein Kanzler von seiner eigenen Jugendorganisation selten bis nie dermaßen unter Druck gesetzt worden sein wie Friedrich Merz am vergangenen Wochenende. Der rief sichtlich angefasst und halbwegs verzweifelt den JU-Delegierten zu:
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