Die Stadt Stuttgart steht vor einer wirtschaftlichen Misere wie nie zuvor. Die Hauptstadt Baden-Württembergs hat im Haushalt 2025 ein strukturelles Loch von 890 Millionen Euro und rechnet für 2026 mit einem Fehlbetrag von 478 Millionen Euro und für 2027 mit einer Unterdeckung von 304 Millionen Euro. Allerdings sind das sind nur vorläufige Schätzungen; in Wirklichkeit könnte es noch deutlich schlimmer kommen – eine jahrelange Neuverschuldung in Milliardenhöhe steht jetzt schon fest. Selbst eine Pleite der Stadt kann aus heutiger Sicht nicht mehr ausgeschlossen werden.
Das ist eine erstaunliche Nachricht, denn Stuttgart ist ja nicht ein – wie Donald Trump sagen würde – „Shithole“ wie Ludwigshafen, Oberhausen oder Pirmasens, Städte in deren Kassen seit Jahren Ebbe herrscht und über deren Rathäusern die Geier schon lange kreisen.
Nein, Stuttgart spielt in einer anderen Liga: Stuttgart ist Oberklasse, die Schwabenmetropole gehört in die Champions League der deutschen Städte. Noch vor wenigen Jahren war das ein Ort, wo Milch und Honig flossen. Nicht lange ist es her, da war die Stadt am Neckar eine lebenswerte Metropole mit einer schönen Innenstadt, großartigem Opernhaus, weltberühmtem Ballett und einer Gemäldegalerie, die eine der wichtigsten Kunstsammlungen in Deutschland beherbergt und deren Neubau als Meisterwerk postmoderner Architektur gilt. Stuttgart war und ist eine reiche, gediegene, investitionsstarke Stadt, in der gutsituierte Bürger, die in Weltklassebetrieben ihr Geld verdienen, ausgesprochen angenehm und komfortabel leben können.
Die Grundlage für diese Lebensqualität ist schwäbischer Fleiß, Ingenieurskunst und Erfindergeist. Stuttgart ist die Heimat von Mercedes, Porsche und Bosch. Stuttgarter haben das Auto, die Magnetzündung (vorher musste man kurbeln) und das Antiblockiersystem, das in jedem modernen Auto, Motorrad und Flugzeug eingebaut ist, erfunden. Ingenieure aus Stuttgart haben Kraftfahrzeuge, Verkehr und Mobilität auf der Welt besser, sicherer und komfortabler gemacht. Und die Stadt ist reich.
Aber urplötzlich hat diese reiche Stadt auf einmal so wenig Geld, dass sie sich über beide Ohren verschulden muss, damit es weitergeht. Unvermittelt ist diese Stadt so arm, dass sie durch die Bank Leistungen für ihre Bürger streichen muss, weil der Haushalt sonst nicht mehr finanzierbar ist. Unversehens ist diese ehemalige Vorzeigestadt so heruntergekommen, dass der Finanzbürgermeister laut überlegt, Hundesteuer und Parkgebühren drastisch zu erhöhen, um Geld aufzutreiben.
Wie ist so etwas möglich? Wie konnte das in nur wenigen Jahren passieren? Und warum beherrscht dieses Thema, das weit über die Grenzen der Stadt von Bedeutung ist, nicht die Medien?
Zwei Gründe sind es, die Stuttgart nahe an den Abgrund versetzt haben – einer wird andauernd in den Medien durchkonjugiert. Der andere wird ganz bewusst und mit viel Energie totgeschwiegen, damit keiner auf falsche Gedanken kommt. Weil dies NIUS ist und nicht der SWR, analysieren wir beide Gründe.
WM 2026 in USA: Fifa-Skandal! Trump ruft Infantino an! Sperre für US-Spieler aufgehoben I WELT LIVE











