Die seit Jahren polizeibekannte syrische Großfamilie H. hat Baden-Württemberg verlassen. Nach Angaben des Justizministeriums in Stuttgart reisten insgesamt 17 Familienmitglieder zwischen Juni und Oktober 2025 im Rahmen einer „kontrollierten Ausreise“ aus Deutschland aus. Drei weitere Familienmitglieder befinden sich weiterhin in Haft. Den Personen werden laut Landesregierung mehr als 160 Straftaten zugerechnet.
Die letzten Ausreisen fanden nach Angaben des Ministeriums am 18. Oktober statt. Zuvor hatten vier Familienmitglieder bereits im Juni und August 2025 Deutschland verlassen, teils direkt aus der Straf- oder Untersuchungshaft. Eine Abschiebung nach Syrien war nach geltender Rechtslage nicht möglich. Grundlage für die Ausreise war der Verzicht sämtlicher Familienmitglieder auf ihren Schutzstatus in Deutschland. Zur Begründung teilte das Ministerium mit: „Zum jetzigen Zeitpunkt war die kontrollierte Ausreise die einzige Möglichkeit, den Aufenthalt der Familienmitglieder zu beenden.“
Die Maßnahme wurde vom Sonderstab „Gefährliche Ausländer“ des Landes koordiniert. Nach Regierungsangaben erfolgten über mehrere Monate Gespräche mit den Betroffenen. „Alle Personen haben auf ihre asylrechtlichen Schutzstellungen verzichtet“, erklärte das Ministerium weiter. Im Falle einer Rückkehr nach Deutschland müssten die Betroffenen mit der Vollstreckung offener Reststrafen rechnen.
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