Maria Bode von t-online stört an diesem Sonntagskrimi „so einiges“. Er sei „…plakativ…stellenweise arg überzeichnet…völlig klischeebeladen“. Ob der „diverse cast des Tatorts“ als besonders „hervorzuhebender Pluspunkt“ (Bode) das wohl ausgleicht ?
Wenn man den klassenkämpferischen Hintergrund ausblendet, scheinen einige Dialoge (hier Polizeichef Kurt Breising – Bernd Hölscher – zu Kommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts: „Sie wissen, was draußen los ist….wenn wir irgendeinen Vorsatz konstruieren, dann brennt die Stadt…“) die Dramatik der tatsächlichen Probleme (TE berichtete) der ehemals wohlhabenden Industriestadt Ludwigshafen widerzugeben: „Der Tatort greift diese Spannungen auf. Er zeigt rohe Gewalt im urbanen Raum, emotionale Verletzungen und das Gefühl permanenter Bedrohung“ (Maria Bode). Aber letztlich spult das Drehbuch (Stefan Dähnert) doch nur das Mantra grüner Vorstellungen von Mobilität ab: Fahrrad, Fahrrad, Fahrrad…und lässt die Wirklichkeit lieber außen vor.
Hier dient das Automobil als Hassobjekt („SUV-Fahrer“),Verkehrshindernis, Mordinstrument und Unfallverursacher, hat allenfalls als Streifenwagen eine Daseinsberechtigung. Den Löwenanteil der Sendezeit besetzen die Drahtesel, aufgelockert durch die eine oder andere Straßenbahn. Was auch daran liegt, dass Kommissarin Johanna Stern (Lisa Bitter) sich verdeckt als Fahrradkurierin betätigt und die Kamera (Eva Maschke) ihr beständig an der Pedale klebt.
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