„Prozess gegen Deutschland“. Unter diesem pathosgeladenen Titel wurde am Hamburger Thalia Theater eine dreitägige Debatte ausgetragen, als Kunst-Performance eines Gerichtsprozesses zu einem möglichen AfD-Verbot. Mit Journalisten, Wissenschaftlern und Prominenten auf beiden Seiten, wobei die Verteidiger im Vorfeld sonst eher durch starke Kritik an der AfD in Erscheinung getreten waren. Am Ende stand, wenig erstaunlich, ein Votum der Runde für die Prüfung eines AfD-Verbots und für den Entzug der Parteienfinanzierung.
Doch immerhin: Ein direktes Verbot lehnte die Jury ab. Ein Teilerfolg für den freien Diskurs. Der könnte darin begründet sein, dass die „Zeugen“, die gegen ein AfD-Verbot auftraten, so gute Arbeit leisteten, dass der Show-Schauprozess phasenweise tatsächlich den Umgang mit der AfD fragwürdig erscheinen ließ.
Die phänomenale Rede von Harald Martenstein etwa stellte die Republik vier Tage lang auf den Kopf. Der plumpe Versuch, korrekte Fakten, vorgetragen von Feroz Khan, plump als „Bullshit“ abzutun, vier weitere. Der Blick in die vielen leeren Gesichter im Publikum und unflätige Gesten einiger Zuschauer einen halben. Kurzum: es lief so gar nicht, wie Linke sich das vorgestellt hatten.
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