Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Martin Schulz (SPD) kommt in der ersten halben Stunde kaum zu Wort. Als der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments in Minute 17 erstmals ansetzt, muss er sich räuspern, so sehr sind die Stimmbänder bereits eingeschlafen. Da haben sie dem Zuschauer etwas voraus.
Bis dahin haben wir das ZDF bereits wieder in Höchstform erlebt. Ausgerechnet – und wie könnte es auch anders sein – USA-Korrespondent Elmar Theveßen soll uns erklären, was in Los Angeles wirklich los ist. Das tut er auf seine ganz unnachahmliche Art. Ja, es hätten „ein paar Autos gebrannt“, aber „Bottom Line ist: L.A. ist weit davon entfernt, in Chaos und Gewalt zu versinken“. Theveßen, der Joe Biden noch als geistig topfit bezeichnete, als der schon Laternenpfosten persönlich begrüßte, sagt über die gewalttätigen Ausschreitungen: „Also, diese Bilder, die wir gerade gesehen haben, rekrutieren auch friedliche Proteste, die in Los Angeles stattgefunden haben.“
Das sagt ein Theveßen, nachdem gerade minutenlang Szenen wie aus einem Bürgerkrieg eingespielt worden sind. Denn er weiß: ZDF-Zuschauer sind wohl eher selten auf X. Sie vertrauen der Tagesschau und den „heute“-Nachrichten.
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