Die USA haben gewählt: Donald Trump ist der 47. Präsident der Vereinigten Staaten. Deutsche Medien reagierten mit absurden Überschriften. Sie meldeten seinen Wahlsieg, als handele es sich um den eines Tyrannen.
„Donald Trump erklärt sich zum Sieger“, hieß es am Mittwochmorgen. Das ruft Assoziationen zu einem Diktator hervor: Demokraten gewinnen Wahlen und werden zu Siegern erklärt, während sich Diktatoren selbst zu Siegern erklären müssen, weil sie nicht rechtmäßig über Wahlen an die Macht gelangen.
Was deutsche Journalisten nicht verstehen: In den USA erklären immer Medien den Kandidaten zum Wahlsieger. Es gibt keine staatliche Instanz, die dies wie hierzulande tut: In Deutschland ruft der Bundeswahlleiter den Sieger aus, was in den USA aufgrund des dezentralen Systems nicht passiert. Dort organisieren die einzelnen Bundesstaaten ihre Wahlen für sich – ein US-Bundeswahlleiter existiert folglich nicht.
Als Fox News Trump um 7:48 Uhr mitteleuropäischer Zeit zum Wahlsieger erklärte und Trump kurz danach seine Siegesrede hielt, nahm alles seinen gewohnten Gang. Das Republikaner-nahe Fox News ist in diesen Angelegenheiten auch nicht voreingenommen, wie deutsche Medien gerne suggerieren. So erklärte der Sender bei der vergangenen US-Wahl auf Basis seines Prognosemodells den Demokraten Joe Biden frühzeitig zum Sieger. Inzwischen ist auch das traditionell den Demokraten nahestehende CNN nachgezogen und hat Trump zum Sieger erklärt.
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