Wenn der Mainstream über ein bislang weitgehend tabuisiertes Thema berichtet, muss wirklich etwas dran sein, könnte man ironischerweise denken. Jedenfalls hatte TE schon im der Magazinnummer 4/2025 über einen deutsch-tschechischen Müllskandal berichtet, im Zuge dessen von einer Oberpfälzer Entsorgungsfirma unter anderem große Mengen Windradschrott an zwei Orten in Tschechien illegal abgelagert worden waren. TE recherchierte bundesweit und kam zu dem Schluss, dass auf die deutsche Windenergiebranche ein gigantisches und bislang weitgehend ungelöstes Abfallproblem zukommt.
Zu diesem Ergebnis kamen am Ende eines im September ausgestrahlten Beitrags des ZDF-Magazins „frontal“ auch die unbestechlichen Reporter des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. In den nächsten 15 Jahren müssten rund 600.000 Tonnen ausgediente Rotorblätter irgendwie entsorgt werden. Allein 2024 seien 600 Rotoren abgebaut worden und niemand wisse bislang genau, wohin mit dem Müll.
TE hatte bei den gleichen Unternehmen recherchiert, die auch von den ZDF-Reportern angesteuert worden waren. Darunter die Firma Novotech im sachsen-anhaltinischen Aschersleben, die ein Verfahren entwickelt hat, um zumindest einen Teil des Schrotts von Rotorblättern stofflich zu recyceln, etwa zu Gehwegplatten und Bahnschwellen. Doch die Betreiber von WKAs scheuten die Kosten; die bloße Verbrennung in Zementwerken, euphemistisch „thermische Verwertung“ genannt, sei um die Hälfte billiger, sagte der Firmenchef. Wobei ohnehin nur sogenannte glasfaserverstärkte Verbundstoffe (GFK) teilweise in Zementöfen „verwertet“ werden können, nicht aber der weit problematischere Schrott von Carbonfaserverbundstoffen (CFK), die ebenfalls in Rotorflügeln enthalten sind.
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