Wenn die Linken Parteien derzeit übertrieben jubilieren, dann liegt es nicht nur an Orbáns – falsch analysierter und ausgelegter – Niederlage, sondern auch daran, dass es in Italien momentan so scheint, als würde die Meloni-Regierung wackeln, beziehungsweise, als wolle man Melonis Regierung ins Wanken bringen – knapp ein Jahr vor den Wahlen. Vor Kurzem noch, war Giorgia Meloni die gefragte europäische Politikerin im Weißen Haus. Gestern noch Schulterklopfen. Heute dann plötzlich der politische Kälteschock.
Was sich derzeit zwischen Washington, Rom und dem Vatikan entfaltet, ist weit mehr als ein diplomatischer Zwischenfall. Es ist ein offener Konflikt um Deutungshoheit: über Krieg und Frieden, über moralische Autorität – und letztlich auch, über politische Loyalität.
Ausgangspunkt ist ein Angriff, wie man ihn in dieser Schärfe selten hört. Donald Trump bezeichnete den Papst als „schwach“ und fügte hinzu, dieser sei „nur dort, weil ich im Weißen Haus bin“. Eine Aussage, die nicht nur ungewöhnlich respektlos ist, sondern die institutionelle Ordnung selbst infrage stellt.
Italiens Premier, Giorgia Meloni, reagierte prompt – und eindeutig. Die Worte Trumps seien „inakzeptabel“. Mehr noch: „Es ist richtig, dass das Oberhaupt der Kirche zum Frieden aufruft.“
Damit war die Frontlinie ziemlich klar gezogen.
US-Präsident Trump wiederum ließ diese Kritik nicht unbeantwortet. Im Gegenteil – er verschärfte den Ton um eine Spur: „Ich bin schockiert, dass sie mich in diesem Krieg nicht unterstützt. Ich dachte, sie wäre eine andere Person,“ zitieren Trump große Teile der Presse und Medienlandschaft Italiens, darunter auch Il Messaggero und La Stampa. Ein Satz, der mehr ist als persönliche Enttäuschung. Er markiert einen politischen Bruch.
Denn Meloni galt lange als eine der wenigen europäischen Regierungschefs, die Trump wohlgesonnen waren. Nun stellt er öffentlich ihre Standfestigkeit infrage: „Ich dachte, sie hätte Mut. Ich habe mich geirrt.“
Die Botschaft ist klar: Loyalität wird eingefordert – und Abweichung klar sanktioniert. Oder auch typisch für Trump, eine Art Liebesentzug.
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