Die deutsche Empörung über die Nationale Sicherheitsstrategie der Trump-Regierung geht weiter: Bundeskanzler Merz ging jetzt so weit, sie gar als „inakzeptabel“ zu bezeichnen. Ein Offenbarungseid, schließlich hat Deutschland nicht darüber zu entscheiden, wie die außenpolitischen Prioritäten der USA aussehen. Das hat jedes Land selbst zu entscheiden – genauso wie Deutschland sich etwa Klimaziele in die eigene Nationale Sicherheitsstrategie geschrieben hat.
Einher mit der Debatte geht aber wieder ein völlig verschobener Blick nicht nur auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen, sondern auch darauf, was hierzulande Rhetorik bleibt und was wirklich Realität wird: Schon unzählige Male hat man in den letzten Jahren die gesamte Riege der außenpolitischen Klasse Deutschlands sagen hören, wie sehr man auch sicherheitspolitisch und militärisch unabhängig von den USA werden müsse. Passiert ist das aber nicht.
Und wenn die USA jetzt genau das einfordern – dass Deutschland imstande sein sollte, sich selbst zu verteidigen –, dann framet man das hierzulande als Verrat erster Klasse. Die Tatsache, dass in den USA jetzt eine konservative Regierung mit Besorgnis auf die Schwäche Europas, nicht nur in militärischer Hinsicht, sondern auch in wirtschaftlicher und innenpolitischer Stabilität, hinweist, macht in den Augen mancher die USA gar zu einer Art feindlichen Akteur. Peinlich.
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