Im Moment wird im Nahen Osten Weltgeschichte geschrieben und das geopolitische Gleichgewicht in einem der Dauerbrennpunkte zugunsten von Frieden, Freiheit und Demokratie verschoben. Israel und die USA haben den Iran, den Hauptsponsor des islamischen Terrorismus auf der Welt, mit vernichtender Macht angegriffen und den Traum von einer iranischen Atombombe beendet. Das ist heute schon Fakt. Und dabei hatte noch vor zwei Wochen alles ganz anders ausgesehen.
Am 13. Juni hat das kleine Land Israel, das nicht größer ist als Hessen, mit seinen 9,5 Millionen Menschen den Iran angegriffen, der fünfmal so groß wie Deutschland ist und in dem so viele Menschen leben wie in Deutschland und Österreich zusammen. Um der eigenen Vernichtung zu entgehen, haben der fähigste Geheimdienst des Planeten und die beste Armee der Welt erst dem iranischen Generalstab den Kopf abgeschlagen und dann die über das ganze Land verstreuten Anlagen zur Herstellung mehrerer Hiroshima-Bomben mit Raketen, Drohnen und Flugzeugen angegriffen.
Als sich herausstellte, dass die israelische Luftwaffe allein die tief in einem Bergmassiv verborgene Urananreicherungsanlage Fordo nicht zerstören konnte, sind ihr die USA im letzten Moment mit Präzisionsbombardements der Luftwaffe zur Seite gesprungen. Nach allem, was wir heute wissen, haben amerikanische Bomber mit dem Abwurf von bunkerbrechenden Bomben („Bunker Buster“, sprich: Bunkerknacker) die Zentrifugen zur Urananreicherung in Fordo vollständig zerstört.
Satellitenbilder zeigen die Schäden an der Anreicherungsanlage Fordo im Iran nach den US-Angriffen am Sonntag.
Auch wenn Israel und die USA noch keinen vollständigen Sieg errungen haben, zeigen die blamablen Leistungen der iranischen Luftabwehr, die vielen Fehler von Geheimdienst und Generalstab und die Tatsache, dass die Israelis binnen Stunden die Lufthoheit über den Iran errungen haben, dass hier eine Entwicklung zu einem vorläufigen und guten Abschluss kommt, die vor dreißig und mehr Jahren unheilvoll und böse begann.
Ronen Bergman, der beste Kenner der israelischen Geheimdienste, hat bereits 2008 in seinem exzellenten (aber wenig gelesenen) Buch The Secret War with Iran nachgewiesen, dass der Iran bereits kurz nach dem Tod von Ayatollah Ruhollah Chomeini im Jahr 1989 damit begonnen hatte, vom pakistanischen Bombenbauer Abdul Qadeer Khan Zentrifugen zur Herstellung waffenfähigen Plutoniums anzukaufen. Zu Beginn der Nullerjahre wurde diese Entwicklung durch eine Zusammenarbeit zwischen Syrien und Nordkorea (das seit 2006 über eine Atombombe verfügt) nochmals deutlich beschleunigt. In den Jahren 2004 und 2005 erlangte der israelische Mossad und mehrere westliche Geheimdienste (durch den Mossad) genauere Kenntnisse über das verdeckte iranische Atomwaffenprogramm. Spätestens seit 2011 warten die Israelis über den Stand des iranischen Atomwaffenprogramms – den sogenannten „Amad-Plan“ – vollständig informiert. Im Januar 2018 stahlen israelische Agenten aus einem Lagerhaus in Teheran rund 55.000 Dokumente und 183 CDs mit Daten zum geheimen iranischen Atomwaffenprogramm (Projekt Amad).
Aber obwohl seit 2015 die Geheimdienste aller westlichen Länder und damit auch deren Spitzenpolitiker wussten, dass die Iraner mit Hochdruck, hohem Können, enormem Investment und Spitzentechnologie (u. a. aus Deutschland) an der Anreicherung von Uran bis zur Waffenqualität (bis zu 83,7 Prozent) arbeiteten und bereits Anlagen zum Testen der Sprengstoffe, zur Auslösung der späteren Kettenreaktion in der Bombe (oder dem ballistischen Sprengkopf) gebaut hatten – wurde Israel von den USA stets bedeutet, dass zur Lösung des Problems ausschließlich Verhandlungen in Frage kämen.
Der absolut schlimmste Präsident in diesem Zusammenhang war Barack Obama, der den Israelis und ganz besonders dem von ihm verabscheuten Benjamin Netanjahu jeden Angriff auf Teheran ausdrücklich verbot, weil er davon überzeugt war, dass sich geopolitische Konflikte durch Verhandlungen lösen ließen und er, Obama, der richtige Mann dafür wäre.
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