An Trump lässt man in der deutschen Medienlandschaft kein gutes Haar, während Kamala Harris zur Lichtgestalt hochgejazzt wird. Die Obsession ist offensichtlich, nur nicht für die Journalisten, die ihre Meinung mit der Realität verwechseln. Bald werden sie wieder von der Wirklichkeit umzingelt sein – und wieder nicht daraus lernen.
Am 5. November wählen die Amerikaner zum 60. Mal ihren Präsidenten. Wahlberechtigt sind gut 233 Millionen Menschen, außer den gut sechs Millionen, die wegen einer schweren Straftat verurteilt wurden. Auch die Deutschen sind nicht wahlberechtigt, dennoch meinen hiesige Medien ständig in den US-Wahlkampf eingreifen zu müssen.
Die Rollen sind seit mindestens viereinhalb Jahrzehnten klar verteilt. Favorisiert wird immer der Kandidat der Demokraten, der stets ein Hoffnungsträger, gar eine Lichtgestalt ist, mag er sich auch Skandale leisten wie Bill Clinton. Obama war ohnehin „Superstar“ und Messias, und Joe Bidens rapiden Verfall ignorierte man geflissentlich, schließlich war sein Konkurrent Donald Trump, der Gottseibeiuns unserer Tage.
Denn der jeweilige republikanische Konkurrent wird immer niedergemacht. Los ging es mit Ronald Reagan, der als „Schauspieler“ verlacht wurde und dem man wegen eines harmlosen Witzes bei einer Mikrofonprobe („Russland für vogelfrei erklärt, die Bombardierung beginnt in fünf Minuten“) zutraute, den Dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen. Später waren es Bush Senior und vor allem sein Sohn George W., die als dumm und gefährlich dargestellt wurden. Mit Trump erreichte die Hysterie allerdings einen Höhepunkt.
Ronald Reagan war in den 1980er-Jahren der Lieblingsfeind der deutschen Medien.
Sprechen wir vom Trump Derangement Syndrom, einem Phänomen, das der Kolumnist und Kommentator Charles Krauthammer erstmals im Zusammenhang mit George W. Bush als „Bush Derangement Syndrome“ beschrieben hat. Es war einfach egal, was Bush tat oder unterließ, es war immer falsch. Das Trump Derangement Syndrom (TDS) ist noch ausgeprägter. Sobald Donald Trump auftaucht, drehen seine Gegner durch. Nicht einmal das feinste gute Härchen lässt man an ihm.
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