Schreckliche Sorgen machen sich deutsche Medien über die Zollpolitik von Donald Trump. Die Inflation in den USA könnte steigen, der Wohlstand schrumpfen. Das mag sein, aber möglicherweise steigt die Inflation im Euro-Raum noch stärker und schrumpft der Wohlstand noch schneller. Denn die Erfahrung der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die durch das Ende der Freihandelsphase der Vorkriegszeit geprägt war, zeigt deutlich: Kleine Wirtschaftsräume leiden unter Zöllen deutlich stärker als große.
Erstens. Zölle schaden Deutschland mehr als den USA
Die USA und das damals bestehende British Empire kamen vergleichsweise glimpflich durch diese Phase, während Deutschland wie Frankreich oder Italien unter den Handelsbeschränkungen litten. Einfach, weil ein rohstoffarmes Land wie Deutschland hohe Exporte braucht, um die notwendigen Importe finanzieren zu können. Die USA erstrecken sich über alle klimatischen Zonen, besitzen Vorkommen an allen wichtigen Rohstoffen und einen riesigen Binnenmarkt. Die USA brauchen so gesehen die Welt nicht, und wenn man Kanada wirtschaftlich als Teil der USA betrachtet, Mexiko als Kolonie und Mittelamerika als Bananenstaaten von Gnaden der USA, dann ist klar, wo der Hammer hängt: an den Zollgrenzen der USA.
Deutschland kann als Teil der EU heute einige Nachteile kompensieren; aber Bananen wachsen nur auf dem winzigen Teneriffa, und die Kohleflöze, die die industrielle Revolution befeuert haben in Großbritannien wie in Belgien, Frankreich und Deutschland, sind erschöpft, das Ruhrgebiet ist Energieimportland und längst nicht mehr das Kraftwerk Deutschlands. Das Spiel ist nicht fair, aber was ist schon fair auf dieser Welt? Trump hat die besseren Karten. Anders als beim Pokerspiel aber kann man den Spieltisch nicht verlassen. Wir sind dazu verdammt zu exportieren, damit wir Überlebensnotwendiges importieren können.
Zweitens. Deutschland muss erwachsen werden
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