Am vergangenen Freitag begann der Prozess gegen den Amokfahrer von Mannheim, der im März dieses Jahres zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt hatte. In der Sendung der Tagesthemen vom gleichen Tag wurde dazu berichtet. Der Bericht bezog sich jedoch nicht nur auf den Prozess selbst, sondern beinhaltete auch eine große Portion Medienkritik: Es gäbe Hinweise darauf, dass Gewalttaten von Ausländern überproportional in den Medien thematisiert werden. Nachdem klar wurde, dass der Täter in Mannheim ein Deutscher ist, sei das Interesse an der Tat gesunken.
Als Grundlage für diese Behauptung wird ein Beitrag des linken Online-Magazins BuzzFeed angeführt. Dort wird behauptet, dass das Medieninteresse an der Amokfahrt in Mannheim deutlich geringer gewesen sei als bei den ebenfalls per Auto durchgeführten Anschlägen in München und Magdeburg einige Monate zuvor. Diese Darstellung ist dem Beitrag von BuzzFeed zu entnehmen, in dem außerdem eine Verbindung zwischen der Nationalität der Täter und dem Interesse der Medien hergestellt wird. Bei den Anschlägen in München und Magdeburg waren die Täter jeweils ein Afghane und ein Mann aus Saudi-Arabien.
Die von BuzzFeed angeführten Daten stammen jedoch aus einer methodisch fragwürdigen Auswertung. Als Beleg vergleichen BuzzFeed und die Tagesthemen die Anzahl an Online-Berichterstattungen in den Leitmedien über diese drei Fälle, ohne jedoch ihre genauen Suchparameter offenzulegen oder zu erklären, nach welchen Maßgaben die Artikel gefiltert wurden. Auch was BuzzFeed als „Leitmedien“ versteht, bleibt unklar.
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