In seinem neuen Film „Dann passiert das Leben“ spielt Ulrich Tukur den Ehepartner von Anke Engelke. Es geht um ein Paar, das sich entfremdet hat – und durch ein tragisches Ereignis wieder zueinander findet. In der FAZ spricht der Schauspieler („Das Leben der Anderen“, „Bonhoeffer“) über Liebe im Alter, Träume und sein ganz persönliches Glück.
NIUS dokumentiert kluge Gedanken eines klugen Mannes.
„Man kann, aber man muss daran arbeiten. Nichts ist selbstverständlich. Im Leben strebt alles der Auflösung entgegen, und man muss höllisch aufpassen, dass die Dinge nicht zerbrechen. Man darf sich nicht gehen lassen. Man muss Komplimente machen, überraschen, die Beziehung lebendig halten. Natürlich ist der Pfad irgendwann ausgetreten, und man hat sich aneinander gewöhnt. Der andere wird immer lesbarer, und irgendwann wird’s vielleicht ein wenig fad und langweilig. Es gibt lebendige Beziehungen, die bis zum bitteren Ende halten, und andere schlafen schon nach einem Jahr ein. Wir Menschen sind bequem; man wird müder, die Hormone machen sich vom Acker. Dann hockt man zusammen da und wird alt. Wie auch immer man das schafft, man muss die Kraft aufbringen, das gemeinsame Leben immer wieder neu zu gestalten. Sie müssen Energie injizieren, egal woher Sie den Stoff kriegen.“
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