Die zentrale Mittelmeerroute, die von Ost- und Westafrika über Nordafrika nach Europa führt, gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Migranten sind unterwegs nicht nur Gewalt durch Schmuggler und kriminelle Banden ausgesetzt, sondern auch häufig Opfer von Erpressung, Entführungen und Folter. Dabei fallen 90 Prozent der Frauen und Mädchen, die die Mittelmeerroute überqueren, Vergewaltigungen zum Opfer. Dies geht aus einem neuen Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor. Zuvor hatte die französische Zeitung Figaro darüber berichtet.
Hinzu kommt, dass die Versorgung der Opfer sexuellen Missbrauchs oft unzulänglich ist: „Überlebende sexueller Gewalt, die in die Nachbarländer geflohen sind, bleiben oft in prekären Situationen, aufgrund der zusätzlichen Risiken geschlechtsspezifischer Gewalt, denen sie während ihrer Vertreibung ausgesetzt sind, und Verzögerungen beim Zugang zu Dienstleistungen, die begrenzt sein können“, heißt es in dem 72-seitigen Papier.
Neben Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen durch Schmuggler und kriminelle Netzwerke werden Frauen auf der Fluchtroute gezwungen, sogenannte „sexuelle Gefälligkeiten“ zu leisten – oft auch gegenüber anderen Migranten – , um Schutz oder Unterkunft zu erhalten. „Die sexuellen Übergriffe sind ein unausweichlicher Bestandteil der Flucht für viele Frauen“, erklärt der Bericht.
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