Vergleich mit Schönheits-OPs: Woke Wissenschaftler relativieren weibliche Genitalverstümmelung

vor 7 Monaten

Vergleich mit Schönheits-OPs: Woke Wissenschaftler relativieren weibliche Genitalverstümmelung
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In einem Beitrag im renommierten Fachjournal Journal of Medical Ethics haben 25 Wissenschaftler – darunter 22 Frauen – eine Position verteidigt, die international scharfe Kritik ausgelöst hat: Sie stellen die gängige Praxis, weibliche Genitalverstümmelung weltweit als schwere Menschenrechtsverletzung zu verurteilen, grundsätzlich infrage. Die Autoren behaupten, Verbote weiblicher Genitalverstümmelung seien „rassistisch“, „stigmatisierend“ und von einem „ethnozentrischen“ westlichen Blick geprägt. Statt von Verstümmelung solle daher nur noch von „weiblichen Genitalpraktiken“ gesprochen werden, um der „kulturellen Komplexität“ gerecht zu werden.

Die Autoren – überwiegend Soziologen und Anthropologen aus westlichen Universitäten, darunter auch zwei Forscherinnen aus der Schweiz – kritisieren vor allem die vermeintlichen Doppelstandards internationaler Organisationen und Medien. Während in afrikanischen oder diasporischen Gemeinschaften praktizierte Eingriffe pauschal verurteilt würden, seien anatomisch vergleichbare Operationen im Westen gesellschaftlich akzeptiert. Konkret verweisen sie auf kosmetische Genitaloperationen wie Labioplastiken, die sie als „ähnliche Praktiken“ bezeichnen. Diese „Doppelmoral“ sei Ausdruck eines rassifizierten Diskurses, der nicht-westliche Gesellschaften als rückständig darstelle. Eine der Autorinnen ist als Übersetzerin von Judith Butler bekannt – der amerikanischen Theoretikerin, die als einflussreichste Vertreterin und Begründerin von Queer- und Gender-Theorie gilt.

In ihrem Essay schreiben die Autoren, der gegenüber den Genitalverstümmelungen ablehnende Diskurs verdecke die „Vielfalt von Praktiken, Bedeutungen und Erfahrungen“ und schüre Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem, verstärke die Überwachung migrantischer Familien und bringe abweichende Stimmen zum Schweigen. Die gängige Darstellung mache Frauen zu passiven Opfern und überzeichne gesundheitliche Risiken. Zudem behaupten sie, der Begriff „Verstümmelung“ wirke stigmatisierend und sei wissenschaftlich unangemessen.

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