Es schlug ein wie eine Bombe: Am Freitag ließ die Eigentümerfamilie Porsche-Piëch öffentlich ihrem Ärger über den Zustand des Volkswagen-Konzerns freien Lauf. Aus ihrem Umfeld heißt es unmissverständlich, Blume habe Porsche „vor die Wand gefahren“. Der 57-Jährige habe sowohl bei Porsche als auch bei Volkswagen viel zu lange stur auf eine reine Elektrostrategie gesetzt. Nun sei ein radikaler Kurswechsel nötig.
Erstmals meldet sich eine der mächtigsten Wirtschaftsfamilien Deutschlands mit unverblümter Kritik am ökologisch motivierten Kurs der Politik zu Wort. Und es ist unbestritten: Großkonzerne und Politik agieren zunehmend an den realen Marktgegebenheiten und den Interessen der Verbraucher vorbei. Das Urteil der Familie fällt deutlich aus: Wie die Klinge einer Guillotine trifft es eine Branche, die sich in der tiefsten Existenzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg befindet.
Es fehlt an einer korrekten Diagnose und einem ehrlichen Umgang mit der ideologisch getriebenen grünen Transformation, die vor allem der deutschen Industrie so massiv zugesetzt hat, dass eine schnelle Erholung von den Niederschlägen der vergangenen Jahre kaum vorstellbar erscheint. Politische Einsicht wäre dringend geboten, scheint aber nach wie vor ausgeschlossen.
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