Zwei Porträts im ZDF über die Spitzenkandidatin der AfD und der Grünen fallen völlig unterschiedlich auch: Alice Weidel wird als undurchsichtige, polarisierende und „umstrittene“ Figur dargestellt, während Robert Habeck „nahbar“ und auf Kompromiss fokussiert herüberkommt.
„Alice Weidel ist eine der umstrittensten politischen Figuren in Deutschland. Hoffnungsträgerin und Idol für die einen, Feindbild und Hassfigur für die anderen.“, heißt es in der Beschreibung des Films von David Gebhard. Die „Volkszornige“ fühlt sich „als Anwältin der Menschen, die brutal über den Tisch gezogen werden von einer politischen Klasse“, zu der sie sich „definitiv nicht zählen würde“. Geht gar nicht. „Für die anderen ist sie eine Gefahr für die Demokratie“, heißt es zu Bildern von Demonstranten. Warum sie das sein sollte, wird im Film nicht gesagt.
So wird hingegen der Film von Lars Seefeldt anmoderiert: „Robert Habeck ist Kanzlerkandidat der Grünen. Für die einen Hoffnungsträger, für andere eine Reizfigur. Was treibt ihn an? Was hat ihn geprägt?“ Schon der Ansatz ist hier ein anderer: Man will den Menschen und sein Anliegen vorstellen. Im Laufe des Films vermisst der Zuschauer die eigentlich fällige Einblendung „Dauerwerbesendung“.
Robert Habeck wird auch privat gezeigt – hier in jüngeren Jahren mit Gattin Andrea Paluch.
Bis auf die leicht dramatische Hintergrundmusik sind die beiden Filme im Ton grundverschieden. Beide vollziehen in groben Zügen die Lebensläufe der beiden Spitzenkandidaten nach. Und da fängt es auch schon an: Zwar hat man kein kompromittierendes Flugblatt der Schülerin Alice auftreiben könne, aber immerhin die Abizeitung der Christophorusschule in Versmold, das ins Jahr 1998 datiert und in der ihre Talente gelobt werden, aber auch „ein enger Freund“ ihre Fähigkeit erwähnt, überzeugend lügen zu können. In eher scherzhaftem Ton, aber den Kontext lässt man weg.Die Abi-Zeitung von 1998 bringt es an den Tag: Alice lügt!
Später wird erwähnt, sie habe in ihrer Dissertation (Thema: das Rentensystem in China) an der Universität Bayreuth einen Dank an Prof. Leschke vom Prüfungsausschuss ausgesprochen, der trotz Fiebers erschienen sei. Der will von so einer Erkrankung heute nichts wissen. Ob eine Verwechslung vorlag oder die Erinnerung den Dozenten trügt, bliebt offen – hängen bleibt aber der Verdacht, dass Alice Weidel gewohnheitsmäßig lügt. Zu den besten fünf Prozent gehörte sie jedenfalls, die blonde (Intelligenz-)Bestie.
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