Vom Atomausstieg zum Gasmangel: Wegen der deutschen Energiepolitik müssen wir uns vor dem Wetter fürchten

vor 5 Monaten

Vom Atomausstieg zum Gasmangel: Wegen der deutschen Energiepolitik müssen wir uns vor dem Wetter fürchten
Bildquelle: Apollo News

Deutschland diskutiert wieder Wetterkarten wie in den 1970er-Jahren – nicht aus Langeweile, sondern weil ein Kaltlufteinbruch inzwischen zur makroökonomischen Variable geworden ist. Steuern wir auf einen strengen Winter zu?

Langfristmodelle und synoptische Argumente zeichnen für 2025/26 ein „gekippeltes“ Bild: überwiegend leicht zu mild, aber mit realer Chance auf markante Kälteperioden im Spätwinter. Eine Auswertung der Konstellationen (Polarwirbelschwäche, Russlandblockade, La-Niña-Phase) kommt auf etwa 40 bis 50 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen unterkühlten, schneereichen Winter und etwa 20 bis 25 Prozent für einen „Jahrhundertwinter“, also einen extrem kalten, rekordreichen Verlauf. Wichtig ist: Diese 20 bis 25 Prozent sind nicht „Restwahrscheinlichkeit“, sondern ein eigenständiges, ernst zu nehmendes Szenario – vergleichbar mit den Jahrhundertwintern in den 1940er- und 1960er-Jahren. Kein kleines Risiko.

In einer Gasmangellage zählt nicht der Jahresdurchschnittsverbrauch, sondern der tägliche Nettoabfluss aus dem System: Verbrauch minus Einspeisung aus Importen und heimischer Förderung. Die Bundesnetzagentur beobachtet, dass die Gasspeicher nicht nur Spitzen puffern, sondern den laufenden Verbrauch stützen, und dass durch verbesserte Importmöglichkeiten die Gasspeicher keine so große Rolle mehr spielten. Aber stimmt das?

Wir sehen uns die Zahlen an und fragen uns zusätzlich, ob die Energiewendepolitik die Abhängigkeit von Erdgas verringert oder vergrößert hat.

Der deutsche Gasverbrauch lag 2024/25 grob bei 850 Terawattstunden (TWh) pro Jahr. Terawattstunden sind Milliarden Kilowattstunden und ein Maß für Energiemengen. Deutschland verbraucht knapp 3.000 TWh an Primärenergie pro Jahr, wovon also ein gutes Viertel aus Erdgas stammt.

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