Volkswagen liefert den nächsten Offenbarungseid. Volkswagen meldete für 2025 noch einen Umsatz von satten 321,9 Milliarden Euro, doch das entscheidende operative Ergebnis brach auf 8,9 Milliarden Euro ein. Die offizielle operative Marge fiel auf 2,8 Prozent. Das bedeutet: VW verdient zu wenig für Investitionen und Innovation. Konsequent bekräftigte der Konzern, dass bis 2030 in Deutschland rund 50.000 Stellen wegfallen sollen. Die Mitarbeiter tragen die Folgen der schlechten Geschäftsentwicklung. Damit steht Europas größter Autobauer so schwach da wie seit den Jahren nach der Dieselaffäre nicht mehr. Und als Antwort auf diese Misere wird nicht etwa ein Befreiungsschlag sichtbar, sondern ein Kahlschlag.
Dieser Kahlschlag kommt wenige Wochen, nachdem der Vorstand „unerwartet“ sechs Mrd. Euro freien Cashflow im Jahr 2025 gefunden hatte. Rechtzeitig, damit sich Bonuskriterien für den Vorstand erfüllen. Dadurch könnten Vorstandsmitglieder Boni von bis zu etwa 1,75 Mio. € pro Person erhalten. Solche Summen findet man nicht unerwartet in der Portokasse. Man zaubert sie durch Buchhaltungstricks herbei – zahlt die Boni, und dann verschwinden die Milliarden wieder. Unanständig, weil Beschäftigten zuvor variable Bonusanteile gestrichen wurden bzw. gekürzt werden sollen und jetzt die Jobs wegfallen.
Die Nachfolger des legendären Unternehmensgründers Ferdinand Porsche, die Familien Piech und Porsche beherrschen das Unternehmen in Person von Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch, die über 53 Prozent der Stimmrechte verfügen. Das Land Niedersachen besitzt 20 Prozent der Stimmrechte und verfügt über das VW-Gesetz weit darüber hinausgehende Einflußrechte und Aufsichtsratsmandate. Die Gewerkschaften stellen in Person der IG-Metallvorsitzenden die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, eine Schlüsselstellung nimmt dabei Daniela Cavallo ein, die Chefin des Gesamtbetriebsrats. Damit ist VW ein hochpolitisiertes Unternehmen, der Gewerkschaft- und Landeseinfluss rührt daher, dass man VW mit den durch die Hitlerregierung beschlagnahmten Gelder der damaligen Gewerkschaft finanziert hatte, um den „Kraft durch Freude“-Wagen zu bauen, der Hitler-Deutschland motorisieren sollte. Heute bedeutet dies: Gewerkschaft und das Land Niedersachsen tragen neben der Familie Piech/Porsche die Verantwortung.
Dass diese drei Machtzentren zusammenspielen, um den Konzern zu minimieren, zeigt: Es geht zu Ende mit der Autoindustrie in Deutschland. Politik und Gewerkschaften haben das Verbrennerverbot erwirkt, und damit die Jobs auf dem Gewissen.
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