Bei der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag geht es um nichts weniger als um die Zukunft von VW und um viele tausend Arbeitsplätze. Konzernchef Oliver Blume will seine Zukunftspläne vorstellen. Er will laut Handelsblatt dem Aufsichtsrat einen umfangreichen Maßnahmekatalog „Group Target Picture 2030“ vorlegen. Mit festen Sparzielen . Die Kosten müssen runter, und schon vor kurzem machten Meldungen die Runde, 100.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Weltweit bis 2030.
Doch allein um Sparen geht es nicht mehr, denn die Lage ist dramatisch. VW liefert deutlich weniger Fahrzeuge als zuvor aus. 2016 waren es noch 10,3 Millionen, im vergangenen Jahr 8,9 Millionen. Der japanische Hersteller Toyota hat VW bereits als weltgrößten Autobauer überholt. Das Chinageschäft ist eingebrochen und die Gewinnmarge ist von sieben auf dreu Prozent gesunken.
Keine Frage: Soll VW überleben, muss sich drastisch etwas ändern. Komplette Werke wie Emden, Zwickau und Hannover gelten als gefährdet. Das Aus der VW-Produktion in Osnabrück steht fest; hier wird eine andere Produktion etwa eines Rüstungsherstellers gesucht – oder eben dicht gemacht. Allerdings kostet auch das Dichtmachen von Werken viel Geld, von 1,2 Milliarden Euro sprach VW, als das Audi-Werk in Brüssel geschlossen wurde.
Und BCG rechnet nicht mit einer schnellen Erholung. Die Nachfrage ist schwächer als in den Boomplänen der Hersteller angenommen, der chinesische Markt bricht für europäische Anbieter weg, und es wird zunehmend dort produziert, wo auch verkauft wird: in China, in den USA, in Osteuropa. Für Deutschland ist das extrem kritisch. Hier sitzen viele Werke in Hochkostenlagen – mit hohen Löhnen, hohen Energiepreisen und starken Betriebsräten. Werksschließungen gelten laut BCG als unvermeidlich. Gefährdet sind vor allem teure und ineffiziente Standorte.
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