Die Geschichte und der Erfolg des Westens sind ohne militärische Macht undenkbar. Die Durchsetzung von transatlantischen, europäischen und deutschen Interessen wäre ohne die Bereitschaft zum Einsatz der eigenen Truppen wenig mehr als fromme Wünsche auf nutzlosem Papier. Wenn der deutsche Bundeskanzler noch nicht mal bereit ist, die eigene Marine zum Schutz der eigenen Schiffe für den eigenen Vorteil einzusetzen, ist er erst recht nicht bereit, deutsche Interessen zu vertreten.
„Wir werden uns nicht daran beteiligen, in der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten. Der Krieg im Nahen Osten ist nicht Angelegenheit der NATO. Deshalb wird sich Deutschland auch nicht militärisch einbringen.“ Das sind gleich mehrfach interessante Sätze aus dem Munde des Friedrich Merz.
Es ist erstaunlich, wie der wichtigste Politiker Deutschlands, ausgestattet mit riesigem Beraterstab, keine drei Sätze hintereinander veröffentlichen kann, ohne in einen logischen Fehlschluss, ohne in Widersprüche zu geraten. Offensichtlich kann das deutsche Interesse, auch wenn das selten vorkommen mag, von den Interessen der NATO abweichen. Deutschland nahm 2011 nicht aktiv an der Militärintervention des Bündnisses in Libyen teil. Als einziges NATO-Land enthielt es sich zudem bei der entsprechenden UN-Resolution. Das deutsche Interesse war damals ein anderes. Die Ukraine hat ebenfalls nichts mit der NATO zu tun, ist aber seit Jahren im Fokus der bundesrepublikanischen Politik. Der reine Hinweis auf die Nichtzuständigkeit der NATO im Krieg gegen den Iran und dessen Konsequenzen ist also kein Totschlag-, sondern ein totes Argument.
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