Nicht jeder Spitzenpolitiker einer rechten Partei hat die Möglichkeit Donald Trumps, der wie ein Sonnenkönig schaltet und waltet. Mehr Macht in der Hand eines Menschen ist kaum vorstellbar. Jeder Coup scheint Trump zu gelingen, und wenn es mal nicht so läuft, wie er denkt, setzt er einfach die Nationalgarde ein. Trump ist der Maximalist des rechten Momentums, der „Führer“, der niemandem Rechenschaft schuldet.
Anders Geert Wilders, der ebenfalls eine recht extreme Agenda bedient, doch seit 2006 einen ebenso konsequenten Anti-Alles-Kurs fährt. Statt den Kompromiss zu suchen, gelang ihm das Kunststück, die politische Agenda aus der Opposition heraus zu bestimmen und dabei kontinuierlich zu wachsen. Tatsächlich waren es viele kleine Wachstumsschübe seiner Partei, die Wilders groß gemacht haben. Auch für heute wird ein starkes, verbessertes Ergebnis erwartet.
Dabei ist Wilders Kommunikationsstrategie ebenso einfach wie klar. Er schafft Konfliktpotential, indem er ungelöste Probleme auf die Tagesordnung setzt und die anderen zwingt, sich damit auseinanderzusetzen. Dabei wird die mangelnde Lösungskompetenz seiner politischen Gegner deutlich. Indem er dann das politische Establishment lautstark desavouiert, bewegt er die autochthonen, in ihrer breiten Masse liberalen Holländer fast unmerklich nach rechts. Gehen seine Koalitionspartner einmal nicht auf seine Forderungen ein, lässt er die Koalition einfach platzen, so wie im Juni dieses Jahres.
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