Schuldenfinanzierte Wahlkampfmunition: Rüstungsindustrie zündet Konjunkturstrohfeuer

vor 5 Monaten

Schuldenfinanzierte Wahlkampfmunition: Rüstungsindustrie zündet Konjunkturstrohfeuer
Bildquelle: Tichys Einblick

Es hat ein wenig Vorlaufzeit bedurft, doch nun verfügt der Bundeskanzler endlich über seine positiven Schlagzeilen. Für den Dezember 2025 meldet das Statistische Bundesamt einen Anstieg des Auftragseingangs in der Industrie von 7,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Bereits der November hatte mit einem Plus von über fünf Prozent einen ersten Impuls geliefert – mitten in der schweren Wirtschaftskrise, in der sich das Land befindet.

Die Industrieproduktion fiel im Dezember übrigens um 1,9 Prozent wieder in den negativen Bereich, was allerdings im medialen Jubelgesang ein wenig unterging. Auch dass der einstige Stolz der deutschen Industrie, die Automobilwirtschaft, im Dezember um 6,3 Prozent an Auftragsvolumen einbüßte, geriet im allgemeinen Aufatmen zur Randnotiz.

Seziert man diesen Datenpunkt jedoch und bereinigt die Veränderung um das Volumen der Großaufträge, ergibt sich ein deutlich anderes Bild. Das vermeintlich kräftige Auftragsplus schrumpft dann auf lediglich 0,9 Prozent zusammen.

Was ist hier geschehen? Erfahrungsgemäß handelt es sich dabei um den Posten „Sonstiger Fahrzeugbau“, der um rund 9,5 Prozent zugelegt hat. Statistisch finden sich in dieser Kategorie vor allem Rüstungsgüter. Man kann also festhalten: Das kreditfinanzierte Sondervermögen des Bundes hat seinen Weg in die deutsche Militärproduktion gefunden.

Oder anders formuliert: Die Bundesregierung darf nun öffentlich ihre Ehrenrunde drehen, nachdem sie die Bevölkerung in massive Schulden gestürzt hat, um im Superwahljahr 2026 einen kurzfristigen statistischen Effekt zu erzeugen. Man möchte schließlich nicht als vollkommene Versager dastehen.

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