Warum auch bei der neuen Bundesregierung außenpolitisch kein strategisches Denken erkennbar ist

vor etwa 1 Jahr

Warum auch bei der neuen Bundesregierung außenpolitisch kein strategisches Denken erkennbar ist
Bildquelle: NiUS

Es war einmal vor langer Zeit in einem wundersamen Land, da lebte ein fabelhaftes Märchenvolk. Ihr Königreich erstreckte sich von den mächtigen Bergen des Südens bis hin zu den Stränden der See im hohen Norden und lag in der Mitte eines reichen Kontinents. Die Deutschen, wie sie sich die Eingeborenen selbst nannten, erzählten sich gerne Geschichten: Mal waren es schaurige, dann wieder zauberhafte, nie aber durften sie mit den Mühen der echten Welt zu tun haben. Denn das Völkchen war einst ein fleißiges, und die Märchen gaben ihrem schweißtreibenden Tun einen Sinn.

Eines Tages begab es sich, dass die Menschen begannen, die unterschiedlichsten Geschichten zur gleichen Zeit zu erzählen. So dachten die Deutschen, dass sie zugleich von den engsten Freunden und den ärgsten Feinden umgeben waren; sowohl arm als auch wohlhabend, himmelschreiend ungerecht und doch jedwedem Todeskampfe wert. Um in dieser Lage einen neuen Anführer zu bestimmen, riefen die Höflinge und Gelehrten, Hohepriester in roten Roben und Kinder der reichsten Familien, einen Wettstreit aus. Ein Wettsingen sollte den größten Strategen des Landes hervorbringen, der die Wirtschaft sowie die innere und äußere Sicherheit in Einklang bringen würde. Nach einem Gottesdienst zu Ehren der Heiligen Angela wählten die Ältesten den Riesen Friedrich zum Nachfolger eines namenlosen Krämers, dessen Regentschaft gescheitert war. Während des Wettstreites trällerte Chormeister Friedrich allerhand Lieder, eine Minne an die Produktivität beispielsweise, eine Warnung vor dem Schuldenwucher, allen voran aber die Ballade vom Taurus.

Doch bereits am ersten Tage nach der Krönung sang der Sieger ein anderes Lied, und sein handverlesenes Kammerorchester aus Ministern und Beratern wichen ihrerseits von der Partitur der „Außenpolitik aus einem Guss“ ab. Das strategische Konzert machte sich auf, zu einer Kakophonie zu werden. Da musste der König und Chormeister feststellen, dass der Hof sich nicht auf eine Weise führen ließ, wie er es, dem Stande der Patrizier entstammend, gewohnt war.

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