Bei Caritas und Diakonie denken die meisten an Kaffeetrinken mit Rentnern, Nachbarschaftshilfe oder mobile Pflege. Doch ein wichtiges Standbein der Wohlfahrt ist heute die illegale Migration.
NIUS blickt in dieser Woche auf die Asylindustrie in Deutschland. Wohlfahrtsverbände spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie bekommen vom Staat zahlreiche Aufgaben übertragen, für die dann Steuergelder an die Verbände fließen. Die Wohlfahrtsverbände verdienen daran nicht direkt, aber sie gewinnen an Einfluss und Bedeutung – denn durch die wachsenden Geldflüsse können sie immer mehr Mitarbeiter einstellen.
In Deutschland gibt es sechs Dachverbände der Wohlfahrt: neben der katholischen Caritas und der evangelischen Diakonie den Paritätischen Wohlfahrtsverband, die SPD-nahe Arbeiterwohlfahrt (AWO), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Rund 740.000 Menschen arbeiten in Deutschland für die Caritas, die damit der größte privatrechtliche Arbeitgeber Deutschlands ist. Für die evangelische Diakonie arbeiten in Deutschland 627.000 Mitarbeiter. Hinzu kommen jeweils Hunderttausende Ehrenamtliche. Nicht alle dieser Mitarbeiter sind im Bereich Flucht und Asyl tätig, viele arbeiten etwa in der Pflege.
Doch der Sektor Flucht und Asyl wuchs in den vergangenen Jahrzehnten an. Bemerkenswert sind die Summen, die die Bundesregierung über das Innenministerium an die Wohlfahrtsverbände ausschüttete, um die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer zu finanzieren. Zwischen 2019 und 2024 erhielt die Caritas hierfür 113 Millionen, die AWO 121 Millionen, Diakonie, DRK und Paritätischer Gesamtverband zwischen 55 und 70 Millionen (jeweils gerundet).
Die Migrationsberatung ist ein ergänzendes Angebot zu den Integrationskursen. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erfolgt sie vor allem innerhalb der ersten drei Jahre nach Ankunft im Rahmen einer Einzelfallberatung. Migranten werden laut Innenministerium zu Sprachkursen, Wohnen, Arbeit, Gesundheit, Kinderbetreuung, Schule sowie zu einfachen rechtlichen Fragen beraten. Das Ministerium schreibt, das Angebot „zielt darauf ab, zugewanderte Personen bei ihrer sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration zu unterstützen. Es soll sie zu selbständigem Handeln in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens befähigen.“
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