Der deutsche Sonderweg, die Stromversorgung eines (Noch-)Industrielandes in einer Weise umzubauen, dass sich die Stromproduktion nicht mehr am Bedarf orientiert, sondern eine „angebotsorientierte“ Abnahme erfolgen soll, ist der Tatsache geschuldet, dass das System auf einer überwiegenden Einspeisung von zufällig anfallenden Naturstrom beruhen soll.
Hier wird das nötige Gleichgewicht aus Erzeugung und Verbrauch nur zufällig und kurzzeitig erreicht. Die „Erneuerbaren“ Wind- und PV-Strom liefern zu viel oder zu wenig. Um die Netzfrequenz trotzdem in den engen Grenzen halten zu können, ist ein Backupsystem aus regelbaren Kraftwerke, Speichern und Export oder Import von Strom nötig. So genannte Flexibilitätsoptionen durch Anpassungen auf der Verbraucherseite können entlastend wirken, das Problem aber nicht beheben. In anderen Ländern gibt es wenig Speicherdiskussion, weil der Strom überwiegend bedarfsgerecht erzeugt wird.
Der gegenwärtige Hype um den schnellen Ausbau von Batteriespeichern entsteht aus der nun praktischen Erfahrung, dass die Stromproduktion am Markt vorbei zu großen Verzerrungen im Netzbetrieb führt. Sowohl technisch als auch preislich nehmen die Schwankungen zu. Nach 25 Jahren Energiewende im Stromsektor kommt auch medial die Einsicht, dass manchmal „der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint“. Die Erkenntnis kommt spät und ist von vielen vorhergesagt worden, wurde aber bisher aus vorgeschobenen „Klimagründen“ verdrängt. Das Narrativ, wir bräuchten mehr „Erneuerbare“, durfte nicht hinterfragt werden.
Allen ist klar, dass es einen schnellen Ausbau an Batteriekapazitäten nicht geben wird. Die Ressourcen und Kapazitäten reichen nicht aus, vor allem die Netzanschlüsse werden sich als Flaschenhals erweisen. Aber der Anreiz ist groß. Bei den Preisschwankungen kann man mit nur über wenige Stunden gespeicherten Strom gut Geld verdienen. Das übliche Energiewende-Framing besteht darin, zu suggerieren, dass man mit einer Vielzahl an Batterien auch Schwankungen des Wind- und PV-Stroms im Sinne einer Dunkelflaute oder Hellbrise ausgleichen könne. Ein IHK-Funktionär formulierte es so:
„Wir haben in Deutschland beim BMWE derzeit Anträge für sagenhafte 1.000 GW Energiespeicher vorliegen. So viel Dunkelflauten kann es gar nicht geben . . .“
Realistisch ist, dass selbst bei 1.000 Gigawatt (GW) und ebenso viel Gigawattstunden (GWh) bei voller Entladeleistung schon nach einem knappen Tag die Akku-Dunkelflaute einsetzt. Zudem sagen Anträge nichts darüber aus, wann tatsächlich wie viel Speicherkapazität realistisch zu erwarten ist. Aktuell sind etwa 60 GWh an Pumpspeicher- und Batteriekapazität einsetzbar.
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