In der Nacht von Sonntag auf Montag war es so weit: Erstmals während der laufenden US-Seeblockade gegen den Iran beschoss die US Navy ein iranisches Containerschiff. Zuvor waren über zwei Dutzend andere iranische Schiffe den US-Anweisungen gefolgt und hatten ihren Kurs geändert. Das Frachtschiff nun weigerte sich allerdings auch nach sechs Stunden Konfrontation. Daraufhin feuerte ein US-Zerstörer auf den Maschinenraum, und Marines kaperten das Schiff.
Die US-Blockade ist ein Mittel, um gegenüber dem Iran eine Art von „Waffengleichheit“ wiederherzustellen. Wochenlang war es nur das iranische Regime, das eine Blockade durchsetzte. Nicht durch eine echte Seeblockade seiner Marine, sondern mit vereinzelten Raketenangriffen von der Küste aus. Wie sehr diese tatsächlich den gesamten Schiffsverkehr dort stoppen könnten, war freilich nie ganz ausgetestet worden. Denn logischerweise war für alle Reedereien bereits das Risiko eines iranischen Treffers auf ihre Schiffe genug, um von einer Durchfahrt durch die Straße von Hormuz abzusehen.
Bereits die über den Köpfen schwebende Gefahr eines iranischen Angriffs war genug für eine faktische Blockade – von der iranischer Schiffsverkehr natürlich nicht betroffen war. All das, obwohl nach US-Angaben die konventionelle iranische Marine weitestgehend außer Gefecht gesetzt wurde. Aber da diese für die Blockade gar nicht groß mit Kriegsschiffen im Einsatz war, führte das zu einer paradoxen Situation: Trotz US-Seeüberlegenheit war der Iran das einzige Land am Golf, das Öl exportieren konnte.
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