„Ich frage mich da schon: Warum geht Merkel nicht auch zu den Opfern ihrer Migrationswende? Den Menschen, die wegen gescheiterter Integration leiden, wegen gestiegener Kriminalität, an dysfunktionalen Schulen?“, fragt Horst Seehofer, ehemaliger CSU-Vorsitzender, bayerischer Ministerpräsident und Bundesinnenminister unter Angela Merkel, im Interview mit der Augsburger Allgemeinen. Seehofer sieht zwar auch die positive Seite der Migration und nennt dabei beispielhaft Ärzte und Pfleger mit Migrationshintergrund. „Aber es gibt eben auch die Kehrseite: Mannheim, Solingen, Aschaffenburg“, so Seehofer weiter.
Aus diesem Grund freut sich Seehofer, der zu den größten Kritikern von Merkels Migrationspolitik gehörte, umso mehr über den neuen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und seine Maßnahmen gegen die illegale Migration. „Das macht mich regelrecht glücklich“, antwortet Horst Seehofer auf die Frage, ob er es als Genugtuung empfindet, dass Innenminister Alexander Dobrindt Zurückweisungen an der Grenze angeordnet hat, was er in seiner Amtszeit als Innenminister nicht machen konnte, weil die damalige Kanzlerin Angela Merkel sich dagegen stemmte.
Für Seehofer zeigt sich an dem Beispiel, dass man „als Innenminister strampeln“ kann, wie man will, es aber nichts bringt, wenn der Kanzler nicht mitzieht. Dobrindt setzt jetzt das um, was Seehofer bereits seit 2015 verfolgt hat. Als Ergebnis der Migrationspolitik von Angela Merkel sieht Seehofer den Aufstieg der AfD. Er bezeichnet es als „grotesk“, dass Befürworter der damaligen Willkommenskultur jetzt eine Obergrenze für Migrantenkinder fordern, und verweist dabei auf Bundesbildungsministerin Karin Prien.
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