Dass die geopolitischen Karten derzeit neu gemischt werden, ist auch Laien nicht entgangen. Experten haben in den vergangenen Wochen mehrfach gemutmaßt, dass es bei Syrien und der Ukraine einen Deal geben könnte. Dass Donald Trump sich Frieden wünscht – in welcher Form auch immer – ist bekannt. Dass die Russen Syrien aufgeben, um die Ostukraine zu gewinnen, darüber spekulierten Beobachter auch deswegen, weil der Umsturz in so kurzer Zeit erfolgte, es anders als beim US-Abzug aus Afghanistan aber keine vergleichbaren russischen Bilder gab.
Freilich: Der Verlust des Verbündeten Baschar Al-Assads bedeutet einen Machtverlust für Russland, allerdings erst in zweiter Linie. Eigentlicher Verlierer ist der Iran. Dass Russland offenbar auch mit dem neuen Regime seinen Luftwaffenstützpunkt bei Latakia und seinen Flottenstützpunkt in Tartus behalten kann, ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung.
So sollte die Ansage von Russlands Außenminister Sergej Lawrow nicht verwundern, wenn er erklärt: „Wir können bereits jetzt sagen, dass einer der Gründe für die Verschlechterung der Lage die Unfähigkeit der damaligen Regierung war, die Grundbedürfnisse der Bevölkerung im sich hinziehenden Bürgerkrieg zu befriedigen.“
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