Bei Louis Klamroth in der ARD-Talkshow Hart aber fair ist es zu einem ungewöhnlichen Schlagabtausch zwischen SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und dem Bäckerei-Unternehmer Heiner Kamps gekommen. Kamps, der seine Kette mit 1.000 Filialen einst verkaufte, hatte zuvor die geplante Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne scharf kritisiert: „Das Wort kenne ich nicht. Entweder man hat einen Gewinn oder man hat einen Verlust. Der große Nutznießer ist der deutsche Staat. 55 bis 56 Prozent sind Steuern. Gehen wir doch da mal runter!“, hatte Kamps in der Sendung gefordert.
Kamps beklagte weiter, dass trotz Rekordsteuereinnahmen der vergangenen Jahrzehnte kaum in die Infrastruktur investiert worden sei: „Wir haben nie ein Einnahmenproblem gehabt, wir haben ein Ausgabethema“, so Kamps. Er sei von Bundeskanzler Friedrich Merz enttäuscht: „Ich habe geträumt, dass er sich jetzt wirklich hinstellt und sagt: ‚Jetzt lege ich wirklich mal ein Reformprogramm vor.’“, so Kamps.
Das wollte sich SPD-Chef Miersch nicht gefallen lassen und reagierte mit auffallend belehrender Kritik an den Aussagen des Unternehmers. Er attestierte Kamps zwar „eine gewisse Sympathie für die Konservativen“, mahnte ihn aber zur Mäßigung: „Sie sollten ein bisschen differenzierter sein, weil auch Meinungen wie Sie werden gehört. Und wenn Sie einfach sagen, alles Mist, dann ist das Wasser auf die Mühlen von denen, die etwas ganz anderes wollen in diesem Land“, so Miersch, der damit offensichtlich darauf anspielte, dass Kamps mit seiner Kritik der AfD zusprechen würde. Immerhin befinde man sich in einer „Krise, wo wir eine AfD haben, die immer stärker wird“.
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