An der Universität Bielefeld ist ein Streit zwischen der Fachschaft Jura und dem Rechtswissenschaftler Professor Martin Schwab eskaliert. Ein bereits zugesagter und von der Fachschaft selbst beworbener Vortrag Schwabs über die Rechte von Prüflingen im staatlichen Teil der ersten juristischen Prüfung wurde kurzfristig abgesagt – mit Verweis auf „Hinweise zu aktuellen außeruniversitären Aktivitäten“ des Professors. Konkrete Vorwürfe benennt die Fachschaft nicht.
Am Donnerstagmorgen erhielten alle Jura-Studenten eine Rundmail der Fachschaft, in der die Absage der Veranstaltung bekanntgegeben wurde. Wörtlich heißt es darin: „In den vergangenen Tagen haben uns mehrere Hinweise zu den aktuellen außeruniversitären Aktivitäten des Referenten erreicht. Dies hat uns veranlasst, seine Arbeit erneut kritisch zu prüfen. Dabei mussten wir feststellen, dass seine Tätigkeiten mit den in unserer Satzung festgelegten Grundsätzen unvereinbar sind.“
Weiter entschuldigt sich die Fachschaft dafür, „diese kritische Auseinandersetzung“ mit Schwabs vermeintlich problematischen Ansichten und Aktivitäten „erst im Nachhinein vorgenommen zu haben“. Trotz der Vortragsabsage bezeichnet sich die Fachschaft in ihrer Rundmail selbst als „offene studentische Interessenvertretung, die sich gegen jede Form von Diskriminierung einsetzt und sich zugleich als überparteiliche Initiative der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet sieht.“
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