Die Deutsche Bank hat einen bereits bestehenden Mietvertrag mit dem Verband „Die Familienunternehmer“ für eine geplante Veranstaltung im kommenden Jahr storniert. Hintergrund ist der „Parlamentarische Abend“ des Verbands im Oktober in einer Berliner Niederlassung der Deutschen Bank nahe dem Brandenburger Tor. Zu dieser regelmäßig stattfindenden Veranstaltung waren erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen worden, unter ihnen der wirtschaftspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Leif-Erik Holm.
Die Deutsche Bank erklärt, sie habe für diese Veranstaltung lediglich Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und zuvor keine Kenntnis von der Gästeliste gehabt. Nach der öffentlichen Debatte über die Einladung der AfD hat das Institut nun den bereits vereinbarten Mietvertrag für einen weiteren Parlamentarischen Abend im kommenden Jahr aufgekündigt. Zu Details der Stornierung äußern sich weder die Bank noch der Verband offiziell.
Der Vorgang fällt in eine Phase, in der „Die Familienunternehmer“ ihre bisherige Brandmauer-Politik zur AfD aufgegeben haben und ihren Kurs gegenüber der Partei neu ausrichten. Hauptgeschäftsführer Albrecht von der Hagen hatte zuletzt offen erklärt, die jahrelange Strategie der strikten Abgrenzung habe „nichts gebracht“ (mehr dazu hier). Viele Unternehmer hätten trotzdem mit der AfD sympathisiert, gerade in Ostdeutschland, und die wirtschaftlichen Sorgen der Betriebe seien damit nicht verschwunden. Statt weiterer Distanz setze der Verband nun darauf, AfD-Vertreter zu parlamentarischen Abenden einzuladen und „in den Fachaustausch“ zu gehen, um dort wirtschaftspolitische Positionen direkt zu konfrontieren.
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