Der frühere Regierende Bürgermeister Walter Momper hat deutliche Kritik am Verhalten seines Nachfolgers Kai Wegner geübt. „Er hat die Dimension der ganzen Geschichte nicht erkannt“, sagte der Sozialdemokrat der Deutschen Presse-Agentur. Anlass ist Wegners Verhalten unmittelbar nach dem großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins.
Wegner hatte nach eigenen Angaben wenige Stunden nach Bekanntwerden des Notfalls für rund eine Stunde Tennis gespielt. Zuvor hatte er behauptet, aus dem Homeoffice gearbeitet zu haben. Momper verwies darauf, dass zu diesem Zeitpunkt bereits Tausende Haushalte ohne Strom gewesen seien und die Dauer der Unterbrechung absehbar gewesen sei. „Und da hat er nicht angemessen reagiert“, so der 80-Jährige, der von 1989 bis 1991 Regierungschef der Hauptstadt war.
Zugleich mahnte Momper Aufklärung an: „Ich würde nicht sagen, das ist unentschuldbar, aber es bedarf der Aufklärung, wie der Tag für ihn verlaufen ist und wie er sich da angestellt hat“, sagte er. Auch das Tennisspiel selbst bewertete er kritisch: „Und dass er zum Tennis gegangen ist, das erscheint mir schon ein bisschen abwegig gewesen zu sein.“
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